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Furchtsam blickte er sich um. Nichts zu sehen. Panik erfaßte ihn und er lief weiter. Immer dichter wurde der Wald. Der Mond begann seinen Abstieg. Zweige peitschten ihm ins Gesicht und Wurzeln ließen ihn öfter straucheln. Ein aufgescheuchter Vogel begann laut zu schimpfen und flog dann davon. Wieder blieb er stehen und sah sich um. sein Atem raste und seine Knie gaben für einen Augenblick ihre Funktion auf. "My Lord, ihr müßt es schaffen. Ihr seid der Letzte", vernahm er eine Stimme schräg hinter sich. "Rächt uns! - Kommt ihr Monster, ich werde euch mit in die Dunkelheit nehmen, auf daß ihr keinem mehr schadet." Weiter führte ihn sein Weg. Dornen zerstachen ihm seine Beine, doch das war ihm egal. Er wußte, jeder längere Aufenthalt war sein Tod. Immer weiter ging es, die Orientierung hatte er schon längst verloren, Hauptsache immer geradeaus. "Aahhhh!" Dieser markerschütternde Schrei fuhr ihm in alle Glieder. Das Bewußtsein der Einsamkeit überkam ihn. Er war der Letzte der zwölf Reiter, die zur Grenzburg "Falkenhein" unterwegs waren. Erinnerungen drängten sich ihm auf. Es war früh am Morgen, als sie aufgebrochen waren. Sir Galhmet, ein Ritter alten Adels und Führer
" Folgt mir, wir haben nur den Weg durch den Wald." Noch bevor die Angreifer die Gruppe erreichten, verschwand diese im Dickicht. Ohne eine Pause einzulegen liefen die drei Mann immer weiter in die Dunkelheit des Waldes. Doch hinter ihnen waren ihre Verfolger zu hören. Rote Augen durchbohrten die Nacht und das Hecheln der Hunde war weit vernehmbar. Nur mit Mühe gelang es ihnen, einen größeren Abstand zwischen sich und die Verfolger zu bringen. Als sie eine Lichtung erreichten, legten sie eine Rast ein und berieten über ihr weiteres Vorgehen. Kaum hatten sie sich etwas erholt, gingen sie einzeln, aufgefächert auf einen Abstand von mehr als dreißig Meter, weiter in Richtung auf "Reuthen". Er lief und lief und lief. Im Gasthaus von "Reuthen" sollen sie bis zum nächsten Abend eintreffen und dann die Garnison informieren. Weiter ging sein Weg, doch ein Gefühl des Beobachtetwerdens drängte sich ihm auf. Der Mond hat seinen Höchststand schon hinter sich gebracht. Ein Käuzchen schrie und ein aufgeschrecktes Eichhorn schaute verschlafen aus seinem Haus. Ein kurzer Aufschrei riß ihn aus seinen Gedanken. Doch blieb ihm keine Zeit zu einer Reaktion, denn in einiger Entfernung entdeckte er ein leuchtendes Augenpaar. Immer schneller werdend, rannte er, nicht auf seine Umgebung achtend, immer weiter. Zweige peitschten ihm ins Gesicht und eine Wurzel brachte ihn fast zum Sturz. Unheimliche Schatten tauchten aus der Umgebung im Mondlicht auf. Geräuschfetzen ließen ihn aufhorchen. "My Lord, ihr müßt es schaffen . . ." Die Panik wuchs an. Hektik ließ seine Bewegung unsicher werden. "Aahhhh!" Der markerschütternde Schrei durchbrach die Stille. Die Gewißheit der Einsamkeit schürte noch die Furcht. Mühsam riß er sich zusammen. Weiter führte ihn sein Weg. Schon bald würde die Sonne aufgehen und er konnte sich orientieren, das Dorf dürfte nicht weit entfernt sein. Dornen hatten Teile seiner meist ledernen Rüstung durchbohrt und Wunden in seine Beine gerissen. Weiter hetzte er, gefolgt von einem unsichtbaren Feind. Leicht schimmerte das erste Rot des anbrechenden Morgens am Horizont. Der Wald wurde lichter und er kam leicht voran. Der Gürtel aus Bäumen trat zurück und er fand sich an einem Abhang wieder. In einiger Entfernung konnte er das Dorf sehen, doch es war für ihn unerreichbar. Er war zu weit abgekommen und seine Gegner kamen immer näher. Tränen der Verzweiflung und der Enttäuschung suchten sich einen Weg über sein Gesicht. Er nahm Haltung an, warf noch einen Blick Richtung Himmel und zog seine Waffe. Es sollte ein ehrenhaftes Ende werden.
Die Tür ging auf und ein Diener betrat den Raum. "My Lord. Sir Galhamet erwartet Euch zum Morgenmahl. Er möchte mit Euch noch einmal über den Weg nach „Falkenhein“ beraten. Kann ich Euch melden?" |
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